Unternehmen verprellen die Hälfte der Azubi-Bewerber mit schlechten Stellenanzeigen

Unternehmen verprellen die Hälfte der Azubi-Bewerber mit schlechten Stellenanzeigen

Vom 30.11.2017

Umfrage von meinestadt.de zeigt, wie Unternehmen ihre Stellenanzeigen für eine erfolgreiche Bewerberansprache optimieren können

Köln, 30. November 2017; Im letzten Jahr blieben insgesamt 43.500 Ausbildungsplätze unbesetzt, mit steigender Tendenz für dieses Jahr. Das liegt aber nicht nur am demografischen Wandel und dem höheren gesellschaftlichen Stellenwert eines Studiums, sondern vor allem auch daran, dass Jugendliche immer schlechter erreicht werden. Der erste Kontakt zwischen Unternehmen und einem potenziellen Azubi ist in der Regel die Stellenanzeige. Wie kommen Azubi-Stellenangebote bei Jugendlichen an? Wie können Unternehmen ihre Anzeigen für einen möglichst erfolgreichen Erstkontakt mit der Zielgruppe optimieren? Um das herauszufinden, hat die Azubi-App TalentHero von meinestadt.de in Zusammenarbeit mit dem Umfrageinstitut Innofact AG 1.000 Azubis und Ausbildungssuchende zu ihrer Sicht auf Stellenangebote befragt.

Stellenanzeigen sind unverständlich und wirken unglaubwürdig
Viele Jugendliche, die auf der Suche nach einer Berufsausbildung sind, können mit Buzzwords, Anglizismen und Fachausdrücken überhaupt nichts anfangen. Dies führt dazu, dass Stellenanzeigen häufig als unglaubwürdig wahrgenommen oder gar nicht erst vollends verstanden werden. Unter den 1.000 befragten Jugendlichen gaben nur rund ein Drittel an, dass sie die letzte Stellenanzeige, die sie gesehen haben, absolut glaubwürdig fanden. Nur 36 Prozent fanden, dass sie absolut verständlich formuliert war. Lust auf eine Bewerbung hatten nach dem Lesen der Stellenanzeige nur insgesamt 28 Prozent. Fast die Hälfte der Befragten hat sogar schon mal eine Bewerbung abgebrochen, weil die Stellenanzeige zu schlecht war.

Azubi-Stellenanzeigen: Prioritäten vs. Praxis
Für Ausbildungssuchende sind die drei wichtigsten Informationen, die in keiner Azubi-Stellenanzeige fehlen dürfen, der Arbeitsort (54 Prozent), die Entwicklungsmöglichkeiten nach der Ausbildung (52 Prozent) und das Gehalt (51 Prozent). Während der Arbeitsort laut den Befragten auch fast immer angegeben wird, werden Informationen zum Ausbildungsgehalt und zu Entwicklungsmöglichkeiten von der Hälfte der Befragten nur manchmal, selten oder gar nie in Stellenanzeigen gefunden. Weitere sehr wichtige Kriterien sind für 41 Prozent der Befragten die Übernahmequote des Unternehmens und 39 Prozent wünschen sich zusätzliche Weiterbildungsangebote. Ob ein Jobticket für Bus und Bahn angeboten wird oder nicht, ist für ein Drittel der Befragten sehr wichtig. Infos dazu finden 42 Prozent der Studienteilnehmer allerdings nur selten oder sogar nie in Stellenangeboten.

Referenzen: Bewertungen und Empfehlungen werden immer wichtiger
Die Bewertungs- und Empfehlungsmechanismen, die uns bereits bei Hotels, Restaurants und im Online-Handel maßgeblich bei Kaufentscheidungen beeinflussen, machen auch vor Stellenanzeigen nicht Halt. Die Hälfte der Befragten wünscht sich bereits in Stellenanzeigen Angaben zu Bewertungen des Ausbildungsbetriebs durch die Mitarbeiter. Weitere 40 Prozent wünschen sich eine Möglichkeit, um mit aktuellen Azubis zu chatten, bevor sie sich bewerben, zum Beispiel per Messenger-Dienst. Mehr als ein Drittel würde gerne Interviews mit aktuellen oder ehemaligen Azubis in Textform lesen.

Konsequenzen für Unternehmen
„Obwohl die digitale Transformation mittlerweile dazu geführt hat, dass viele Stellenanzeigen bereits online oder sogar mobil verfügbar sind, heißt das nicht, dass die Hausaufgaben der Unternehmen damit bereits erledigt sind. Der schlichte Wechsel des Kanals reicht nicht aus, um Jugendliche bei der Ausbildungssuche optimal anzusprechen und für das Unternehmen zu gewinnen. Auch Inhalte und Aufmachung von Stellenanzeigen müssen von Grund auf neu gedacht werden. Unternehmen sollten viel mehr auf die Wünsche und Bedürfnisse der Jugendlichen eingehen und dabei die neuen Möglichkeiten des mobilen Kanals nutzen“, so Georg Konjovic, Geschäftsführer von meinestadt.de.

Über die Umfrage
Die Azubi-App TalentHero von meinestadt.de hat im November 2017 in Zusammenarbeit mit dem Umfrageinstitut Innofact AG 1.000 Ausbildungssuchende und Auszubildende zu ihrer Sicht auf Ausbildungsstellenanzeigen befragt. Die Jugendlichen waren hauptsächlich im Alter von 17 bis 25 Jahren.

Infografik zur Umfrage: http://bit.ly/TalentHero_Infografik

 

Über meinestadt.de
meinestadt.de ist der führende Stellenmarkt für Fachkräfte mit Berufsausbildung. Durch den regionalen und lokalen Fokus verbindet meinestadt.de Unternehmen und Jobsuchende in allen 11.000 Städten und Gemeinden Deutschlands. Stellensuchende können sowohl online als auch mobil und über die mehrfach ausgezeichneten Job-Apps jederzeit auf die Angebote zugreifen. TalentHero, die Azubi-App von meinestadt.de, hilft Jugendlichen bei der Berufswahl und bringt Unternehmen und Auszubildende für eine gemeinsame erfolgreiche Zukunft zusammen.

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