Ausbildungsplatz kündigen

Ausbildung kündigen

Es gibt unterschiedliche Gründe, warum man seine Ausbildung kündigen will. Wir würden dir aber raten, dies wirklich gründlich zu bedenken. Wenn du aber den Entschluss gefasst hast, dass dir deine Ausbildung keinen Spaß macht oder andere Dinge dagegen sprechen, dann findest du hier ein paar hilfreiche Tipps, wie du das Thema Kündigung deiner Ausbildung angehen kann. Wir würden dir immer erst raten, nach einer neuen Ausbildung zu suchen, bevor du die Kündigung einreichst. Wie du das Thema Ausbildungsplatzwechel angehst, findest du hier.

Aufhebungsvertrag

Der Aufhebungsvertrag ist – wie der Name schon sagt – dafür da, dein Ausbildungsverhältnis zwischen deinem Ausbildungsbetrieb und dir vorzeitig aufzulösen. Dein Ausbilder muss aber mit deinem Weggang einverstanden sein!

Wenn ihr euch darüber einig seid, könnt ihr einen beliebigen Tag festlegen, sodass du den Betrieb verlassen kannst. Es gibt also keine Frist oder Ähnliches. Wir würden dir aber empfehlen, deinen Ausbilder im Vorfeld über deine Beweggründe zu informieren, dass er sich auf dein Ausscheiden aus dem Betrieb vorbereiten kann. Generell ist es immer besser diese Themen offen anzusprechen, sodass ihr später im “Guten” auseinandern gehen könnt. Wenn du den Aufhebungsvertrag vorliegen hast, unterschreibe diesen wirklich nur, wenn du dir 100% sicher bist und du bereits eine neue Ausbildungsstelle gefunden hast. Vertrag ist Vertrag! Wenn er einmal unterschrieben ist, gibt es kein Weg zurück mehr.

Kündigung

Wenn ihr euch nicht einigen könnt und dein Ausbilder sich nicht damit einverstanden erklärt, dich gehen zu lassen, kannst du unter bestimmten Umständen außerordentlich und fristlos kündigen. Es muss aber laut §22 Berufsbildungsgesetz ein “wichtiger Grund” vorliegen. Wenn solch ein wichtiger Grund vorhanden ist, kannst du sofort nach Abgabe deiner Kündigung den Betrieb verlassen.

Wichtige Gründe sind:

  • fehlende Ausbilderlizenz des Betriebs
  • mangelhafte Ausbildung durch Verstöße gegen die Ausbildungspflicht
  • Verstöße gegen das Jugendarbeitsschutzgesetz oder das Arbeitszeitgesetz
  • andauernde ausbleibende Ausbildungsvergütung
  • körperliche Gewalt, sexuelle Belästigung, Beleidigungen, Verunglimpfungen oder Diskriminierung
  • andauernde Beschäftigung mit ausbildungsfremden Inhalten
  • angeordnete Überstunden, die nicht ausgezahlt bzw. in Freizeit ausgeglichen werden.

 

Wichtig ist, dass du die Kündigung schriftlich beim Betrieb einreichst und genau beschreibst, welcher der oben genannten Gründe zutrifft. Wenn du dies nicht machst, ist die Kündigung nicht wirksam! Wenn es Gründe gibt, die der Betrieb verändern kann, reicht erst einmal eine Abmahnung. Du kannst auch deine zuständige Kammer als Schlichter hinzurufen. Falls immer noch keine Einigung zu finden ist, kannst du deine fristlose Kündigung einreichen.