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Duales Studium: Alles was du wissen musst.

Du stehst gerade vor der Wahl für welche der gefühlt unzähligen Ausbildungsformen du dich entscheiden sollst? Wir stellen dir hiermit das duale Studium vor. Eine sehr interessante Variante Studium und Ausbildung zu kombinieren. Aber was bedeutet das eigentlich? Hier haben wir die wichtigsten Fragen für dich geklärt.

Was ist ein duales Studium?

Ein dualer oder auch kooperativer Studiengang kombiniert einen Hochschulstudiengang mit Praxisausbildung.

 

Wie lange dauert ein duales Studium in der Regel?

Es ist teilweise möglich, einen Bachelorstudiengang, inklusive Auslandssemester und eine Berufsausbildung mit Praxis in nur 3,5 Jahren abzuschließen. Selbstverständlich erhöht sich dadurch auch deine Belastung.

 

Was sind die Vorteile eines dualen Studiums?

Praxisnähe:

Wenn du dual studierst, sammelst du bereits während der Studienzeit jede Menge Berufserfahrung. Dadurch blickt man dem Einstieg in das Berufsleben eher gelassen entgegen. Ein weiterer Vorteil der Praxisnähe ist die Abwechslung. Was du in der Uni hörst, kannst du direkt in der Praxis umsetzen.

Das Gehalt:

In der Regel zahlt das Ausbildungs- bzw. Praxisunternehmen dir während des dualen Studiums ein festes Gehalt. Studien- und Lebenshaltungskosten kannst du so leichter tragen. Der genaue Betrag der Vergütung ist im Arbeits- bzw. Praxisvertrag festgehalten.

Gute Übernahmechancen:

Duale Studienplätze werden angeboten, um für später qualifizierte und bereits an das Unternehmen gebundene Arbeitskräfte auszubilden, die oft Führungspositionen bekleiden sollen. Das hat auch einen guten Grund: Das Kooperationsunternehmen investiert nämlich viel Geld in deine Ausbildung. Eine Studie des IAQ der Uni Duisburg-Essen besagt, dass 75% der dort 2016 befragten Studenten angaben, mit ihrem Arbeitgeber eine Übernahmevereinbarung getroffen zu haben.

 

Wie funktioniert ein duales Studium?

Du kannst dir das duale Studium als eine Mischung aus theoretisch orientiertem Studium und Praxiseinsätzen in einem Unternehmen betrachten. Die wichtigsten Merkmale dabei sind:

  • Das Studium: Es stellt das theoretische Hauptgewicht des dualen Studiums dar. Hier wird dir an der Hochschule oder Berufsakademie das theoretische Wissen vermittelt, wobei die Ansprüche deutlich höher sind als bei der Berufsausbildung.
  • Die Praxis: Hier gibt es einen Praxispartner, bei dem du dich vorher bewerben muss und bei dem du dann arbeitest und ausgebildet wirst. Das Partnerunternehmen kann eine Firma, staatliche Einrichtung oder soziale Organisation sein und ist für das dein festes Gehalt zuständig.
  • Theorie und  Praxis kombiniert stellen eine Einheit dar, die zeitlich, inhaltlich und organisatorisch koordiniert sind. Die Praxiseinsätze beim Arbeitgeber während des Studiums sind, anders als bei diversen Praktika, Teil eines umfangreichen Ausbildungskonzeptes.

Wie bewerbe ich mich für ein duales Studium?

Grundsätzlich gibt es zwei Möglichkeiten, an einen dualen Studienplatz zu kommen: Du kannst dich bei einem Unternehmen bewerben und wirst direkt bei der Partnerhochschule eingeschrieben, insofern eine Zusage erfolgt ist. Oder du schreibst dich in einer Hochschule ein und machst dich anschließend auf die Suche nach einem geeigneten Unternehmen, das mit der Hochschule zusammenarbeitet, bzw. das gewillt ist dich während der Studienzeiten freizustellen.

 

In welchen Bereichen kann ich dual studieren?

Mittlerweile kann man, aufgrund des substantiellen Erfolges dieser Ausbildungsform, bereits sehr viele Studienfächer auch dual antreten. Im Folgenden sind die beliebtesten Bereiche, in denen diese Möglichkeit schon besteht, aufgelistet.

  • BWL, Finanzen & Management
  • Tourismus & Event
  • Gesundheit und Fitness
  • Medien & Kommunikation
  • Verwaltung & Öffentlicher Dienst
  • Informatik & IT
  • Pädagogik & Soziales
  • Ingenieurswesen & Technik

 

Was ist der Unterschied zwischen praxis- und ausbildungsintegrierendem dualen Studium?

Dass du diesen Unterschied kennst, ist essentiell bevor du dich bewirbst. Es wird sehr häufig damit geworben, dass man nach Absolvierung des Studiums gleich zwei Abschlüsse, den Bachelor und eine Berufsausbildung, kassiert. Dies ist aber ein weit verbreiteter Irrtum.

 

Ausbildungsintegrierendes duales Studium:

Diese Variante ist die einzige, bei der man mit dem Bachelor auch einen Ausbildungsabschluss erreicht. Das ausbildungsintegrierende duale Studium ist vermutlich das Modell, das den meisten Anklang findet und auch in größerem Umfang bekannt ist. Hierbei schließt du zugleich mit dem Studium auch eine Berufsausbildung in Partnerbetrieb deiner Hochschule ab, daher wird dieses duale Studienmodell als „ausbildungsintegrierend“ bezeichnet. Für gewöhnlich handelt es sich um offiziell anerkannte Ausbildungen, die mit dem IHK-Abschluss beendet werden. Diese Variante findet hauptsächlich im Block- oder Wochenmodell statt.

Vorteil:

  • Nach erfolgreicher Beendigung von Studium und Ausbildung hast du also einen akademischen Hochschul- und außerdem einen Berufsabschluss in der Tasche.

Nachteil:

  • Neben den Vorlesungen an der Hochschule und der Arbeit im Partnerunternehmen musst du zusätzlich noch zur Berufsschule gehen. Das bedeutet also noch mehr Belastung für dich.

Praxisintegrierendes bzw. kooperatives duales Studium:

Dieses Modell ähnelt zwar dem oben erwähnten ausbildungsintegrierenden Konzept, denn es findet auch im Block- oder Wochenmodell statt, beinhaltet aber während der Praxisphasen keine Berufsausbildung und nach erfolgreichem Abschluss dementsprechend auch keinen Berufsabschluss. Du wirst also im Partnerunternehmen nicht als Azubi sondern als Praktikant oder normaler Mitarbeiter eingestellt. Dann durchläufst du in diesem Konzept entweder verschiedene Abteilungen desselben Unternehmens, um verschiedene Einblicke zu erhalten oder entscheidest dich für die Version, bei der du jedes Semester bei einem anderen Unternehmen arbeitest. Bei letzterem bist du natürlich selbst verantwortlich alle paar Monate ein neues Unternehmen zu finden.

 

Wann sollte ich mich für ein duales Studium bewerben?

Grundsätzlich gilt, sich immer frühstmöglich zu informieren und so in Erfahrung zu bringen, was genau man eigentlich machen möchte. Häufig gehen die Bewerbungszeiträume schon ein Jahr im Voraus, nämlich im Sommer des vorherigen Jahres, los. Dahingehend ist die Suche nach einem dualen Studienplatz mit der nach einer Ausbildung vergleichbar. Große Unternehmen rekrutieren oft schon ein Jahr im Voraus, kleinere dagegen oft nur ein halbes Jahr vor Beginn. In seltenen Fällen gibt es noch einige Plätze wenige Monate vor Semesterbeginn, doch eine große Auswahl steht dir dann nicht mehr zur Verfügung.